Vorschau: Der Steppenwolf

empfohlen ab Oberstufe

„Er hatte vieles von dem gelernt, was Menschen mit gutem Verstand lernen können, und er war ein ziemlich kluger Mann. Was er aber nicht gelernt hatte, war dies: mit sich und seinem Leben zufrieden zu sein. Dies konnte er nicht, er war ein unzufriedener Mensch.“

Durch Harry Haller, einem intellektuellen Trinker Ende 40, geht ein tiefer Riss: sich selbst, seinen Gefühlen und seinen Mitmenschen entfremdet will er der Welt der braven Bürger entsagen und kommt doch nicht von ihr los. Rastlos streift er durch die nächtlichen Straßen der Weimarer Republik. Angetrieben von Alkohol und Literatur droht er sich selbst völlig zu verlieren. Doch sein schon gefasster Entschluss zum Selbstmord wird je unterbrochen, als er der mysteriösen Hermine und den mit ihr befreundeten Musikern und Kurtisanen begegnet. Er folgt ihnen in eine betörende Halbwelt der freien Liebe, voller Drogen und exzessiver Partys. Seine Reise erreicht mit dem Besuch des „Magischen Theaters“ ihren Höhepunkt. Dort findet Harry Haller auf ungeahnte Weise die Freiheit, nach der er sich schon sein ganzes Leben sehnt.

„Aller höhere Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“

Hesses 1927 erschienener Roman wurde gelobt, geschmäht, von den Nazis ignoriert und nach dem Krieg fast wieder vergessen. Von der erwachenden Gegenkultur der 60er Jahre wiederentdeckt stieg der dann zu dem Kultbuch auf, das er bis heute ist.

Ausgehend von der noch nie auf einer Bühne gezeigten Fassung von Valerie Stiegele inszeniert die JUB den Steppenwolf als rauschhaftes Live-Hörspiel. In der Kombination aus Texten, Geräuschen und Musik eröffnen sich ungeahnte Klangräume zwischen Traum, Realität und tiefer Welteinsicht. Die surreale Reise Harry Hallers wird so nicht nur nüchtern verständlich, sondern selbst zu einem Erlebnis.

Premiere: Spielzeit 2020/21 – Termine folgen!!!