Erenlauh – ein Stadtteilprojekt

ein Förderprogramm des Zentrums für kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg im Rahmen von WEITERKOMMEN

Im Stadtteil Erenlauh, etwa 8 Kilometer vom Ulmer Zentrum entfernt, leben rund 4.000 Menschen. Dieses Wohngebiet zeichnet sich durch eine Vielzahl von Bewohnern aus dem Ausland aus, die hier ihre neue Heimat gefunden haben. Zudem gibt es hier doppelt so viele Familienhaushalte wie in der Ulmer Innenstadt. Unser Projekt hatte zum Ziel, diese vielfältige Gemeinschaft durch Kunst und gemeinsame Mahlzeiten miteinander zu verbinden. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit zwischen dem Museum Brot und Kunst sowie der Jungen Ulmer Bühne und kulminierte in einem Fest, an dem alle Beteiligten teilnahmen.

Ein bedeutender Treffpunkt in Erenlauh war das Café Alma, eine Einrichtung der Caritas, die jedoch nur wenige Stunden pro Woche geöffnet hatte. Hier begann unser Projektteam, bestehend aus Sozialarbeitern vor Ort und Mitarbeitern der Caritas, seine Arbeit im Viertel.

Eine wichtige Erkenntnis war der unterschiedliche Tagesrhythmus der Bewohner. Während der öffentliche Raum im Stadtzentrum auch abends belebt ist, verbringen die Familien in Erenlauh diese Stunden im privaten Raum. Unsere ersten Angebote, wie gemeinsame Koch- und Essensveranstaltungen, wurden nicht angenommen, da sie mit dieser Familienzeit kollidierten. Daher verlagerten wir unsere Aktivitäten auf die Nachmittagsstunden, die vor allem von Kindern und Jugendlichen genutzt wurden. Jedoch wurden unsere Workshops zum Thema Selbstwerte und Aktionen wie Stickerkleben im Quartier weniger frequentiert als erwartet.

Das Projekt-Team unter der Leitung des Schauspielers Florian Stern beschloss im Frühjahr 2023, Ende September eine offene Kultur- und Zirkuswoche in Erenlauh durchzuführen. Gemeinsam mit den Bewohnern und der örtlichen Schule wurde das Event organisiert und beworben. Dieses Angebot stieß auf positive Resonanz, was für uns ein bedeutender Erfolg war. Die Woche endete mit einer gemeinsamen Show aller Beteiligten, bei der Kinder, Jugendliche, Erwachsene und externe Künstler miteinander in Kontakt kamen und gemeinsam ein kulturelles Highlight in Erenlauh realisierten.

Wir haben im Verlauf des Projekts gelernt, wie wichtig es ist, bereits im Vorfeld einen engen Austausch mit den Bewohnern des Quartiers zu pflegen. Dafür sollte die Projektleitung als verlässlicher Ansprechpartner zu festen und gleichbleibenden Zeiten vor Ort sein. Wir empfehlen die Schaffung einer festen Anlaufstelle, um kontinuierlich Angebote bereitzustellen und das notwendige Vertrauen sowie die gegenseitige Akzeptanz aufzubauen, die für einen ehrlichen Austausch und künstlerische Arbeit unerlässlich sind. Durch diese Basisarbeit könnten die Grundlagen für regelmäßige Kulturwochen und ähnliche Angebote geschaffen werden.

Projektbeteiligte:
Museum Brot und Kunst – Dr. Isabel Greschat (Museumsleitung)
Junge Ulmer Bühne – Julia Gundersdorff (Theaterpädagogikleitung), Sven Wisser (Theaterleitung)
Florian Stern, Projektleitung

Projektförderung: 
Zentrum für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg (ZfKT)

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